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* Thomas Bürgisser

hat Kommunikation studiert und arbeitet seit vielen Jahren als freischaffender Texter unter anderem in den Themenbereichen Sanierung, Neubau, Gebäudetechnik sowie Gesellschaft.

Erst im 20. Jahrhundert fand die Idee langsam wieder Anklang.

Schon die Römer wussten Bodenheizungen zu schätzen

Die Bodenheizung eine Erfindung der modernen Zeit zur praktischen und komfortablen Wärmeverteilung? Denkste: Schon die alten Römer hatten diese Idee! Einzig bei der Umsetzung haperte es noch leicht.

Text — Thomas Bürgisser*

Wie gemütlich es doch ist, wenn man in der kalten Jahreszeit nach Hause in die wohlige Wärme kommt. Winterjacke weg, Schuhe aus und dann am besten gleich barfuss über den warmen Boden gehen. Der wohl spürbarste aber nicht der einzige Pluspunkt einer Bodenheizung. Auch stören keine Radiatoren die Optik und Staub wird bei Bodenheizungen ebenfalls weniger aufgewirbelt. Der wohl grösste Vorteil aber sind die tieferen Vorlauftemperaturen, die nötig sind. Ideal für eine Kombination mit einer Wärmepumpe oder solarthermischen Anlage.

Betreten nur mit Schuhen

Wer nun aber denkt, dass eine so clevere Heizform eine Erfindung der Neuzeit ist, liegt falsch: Die ersten Bodenheizungen gab es bereits bei den alten Römern. Ende 2016 wurde in Oensingen (SO) bei Ausgrabungen ein römischer Gutshof aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. entdeckt, mit einem grossen Raum inklusive Bodenheizung. Natürlich funktionierte diese noch nicht wie heute: Warme Luft von einem Feuer im angrenzenden Heizraum floss damals durch einen Hohlraum unter dem Fussboden hindurch. Hypokaustum nennt sich diese Warmluftheizung, welche zuerst in Thermen, anschliessend auch in Wohnhäusern zum Einsatz kam. Dumm nur, dass sich die Böden teilweise so aufwärmten, dass man sie nur noch mit Schuhen betreten konnte.

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Über Jahrzehnte hinweg verschwunden

Mit dem Ende des Römischen Reiches verschwand auch die Bodenheizung in unseren Breitengraden. Erst im 20. Jahrhundert fand die Idee langsam wieder Anklang. Dieses Mal aber nicht mehr mit Feuer und Luft. Vielmehr kamen ab den 1970er-Jahren Elektro- und Warmwasserheizungen zum Einsatz. Heute, in Zeiten der Nachhaltigkeit, sind vor allem Warmwasserheizungen Trumpf. Und wie: Kaum noch ein Neubau, bei dem keine Bodenheizung eingebaut wird und die Füsse der Bewohner wärmt. Zum Glück ein bisschen weniger stark als bei den Römern.

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Für Besitzer von Haustieren ist ein keramischer Bodenbelag ideal, denn Keramikfliesen sind leicht zu reinigen und zu pflegen und damit hygienisch. Keramikfliesen sind außerdem sehr robust. Weder Pfoten noch Krallen können ihnen etwas anhaben.
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Info
Diese Bodenbeläge passen zur Bodenheizung

Je besser die thermische Leitfähigkeit des Materials ist, desto schneller gelangt die Wärme an die Oberfläche. Stein und Keramik leiten hierbei am besten. Holz wiederum dämmt fast zu gut. Trotzdem lässt sich natürlich auch Parkett mit einer Bodenheizung kombinieren, dunkle Hölzer besser als helle. Auch Laminat oder Teppich sind einsetzbar, letzterer besser so dünn wie möglich. So oder so gilt: Möglich ist fast jede Kombination, jedoch ist gute Beratung gefragt.